Mentaltraining im Business

In meinem Artikel „Wunderwaffe Mentaltraining“ habe ich bereits ein wenig über dieses Thema gesprochen. Heute möchte ich die Zeit nutzen, um ein wenig mehr in die Tiefe zu gehen.

Wir wissen also, dass Mentaltraining bereits im Profisport seit Jahren eingesetzt wird. Dort müssen die Athleten immer wieder über ihre Grenzen hinausgehen. Sie  benötigen eine sehr gute körperliche Leistungsfähigkeit, Ausdauer, Reflexe, starken Willen und sollten Niederlagen nicht als solche wahrnehmen, um nicht danach den Anschluss zu verlieren. Bei vielen Größen des Sportes erleben wir, dass nach sehr schweren Unfällen die Sportler nach kürzester Zeit wieder Hochleistungen erbrachten. All das wäre ohne ein gezieltes Mentaltraining nicht möglich. Was sagt uns das? Nicht nur die körperliche Leistung, sondern auch der Erfolg fängt im Kopf an. In anderen Worten, mit unserem Gedankten erschaffen wir unsere Realität. Esoterischer Schwachsinn meinen Sie? Ich werde Sie nun vom umgekehrten Fall überzeugen:

Wir wissen bereits, dass unser Gehirn kein „Wahr“ oder „Falsch“ kennt.  Ein Beispiel:

Bitte schließen Sie jetzt Ihre Augen und atmen einige Male tief in den Bauch ein und wieder aus. Sie werden erkennen, dass Sie sofort ruhiger werden. Nun stellen Sie sich eine saftige, reife Zitrone vor. Sehr gut. Stellen Sie sich diese Zitrone mit allen Sinnen vor. Wie riecht Sie? Wie fühlt sie sich an? Welche Farbe hat die Zitrone? Stellen Sie sich vor, wie die Zitrone zwischen Ihren Händen hin- und her gerollt wird. Sehr gut. Nehmen Sie sich die Zeit um in diese Vorstellung hinein zu tauchen. Dann stellen Sie sich vor, wie die Zitrone auseinander geschnitten wird. Sie sehen, wie reif diese ist, und der Saft tropft heraus. Nun nehmen Sie diese Zitrone und pressen Sie aus. Sie trinken nun einen großen Schluck von diesem frisch gepressten Zitronensaft.

Haben Sie bemerkt was geschehen ist? Bei manch einem hat sich vielleicht das Gesicht verzogen und Sie schmeckten die Zitrone. Manch einer hatte einen vermehrten Speichelfluss – doch auch wenn Sie nichts geschmeckt oder gefühlt haben ist das OK.

Obwohl wir die Zitrone nicht wirklich getrunken haben, erkannte unser Gehirn diese und erteilte den Befehl zum vermehrten Speichelfluss.

Überzeugt?

In dieser Art werden z. B. auch Konfliktsituationen trainiert. Wobei der Trainer immer „nur“ einen Trainer verkörpert – das Resultat erwirkt jeder durch sich selbst. Denn wie im körperlichen Training, wirkt das Mentaltraining nur, wenn es regelmäßig trainiert wird.  So können auch Ziele definiert werden.

“Der Weg des Zieles” ist eine Technik indem der Unternehmer darauf trainiert wird sein persönliches Ziel zu erkennen und dieses Ziel dann an seine Mitarbeiter weiterzugeben. Ein orientierungsloser Mitarbeiter wird nie hundertprozentig motiviert sein. Geld ist bereits lange kein effektiver Motivationsfaktor mehr, sondern vielmehr ist die persönliche Wertschätzung im Betrieb wichtig geworden. Nicht mehr als Nummer zu gelten sondern als Max, Franz und Helena wahrgenommen zu werden: Das zählt.

Was meine ich damit konkret?

Stellen Sie sich Folgendes vor:  Sie haben einen Betrieb vielleicht neu übernommen, die Mitarbeiter sind bereits seit Jahren in dem Betrieb, und neue Strukturen werden vehement abgelehnt. In diesem Betrieb wissen die Mitarbeiter nicht wohin das Ziel gehen soll. Generell, wenn man fragen würde,  was das Ziel des Chefs ist,  werden Sie wahrscheinlich “Umsatz zu kreieren” antworten. Doch wie viel warum und wieso – darauf wird niemand eine Antwort wissen. Der Einfachheit stellen wir uns vor, es geht um ein Restaurant:

Sie legen im Restaurantbereich Ihre Umsatzzahlen auf, und lassen die Mitarbeiter somit täglich oder wöchentlich an den Verlauf teilhaben. Sie wissen wie viel Umsatz zu erzielen ist. Sehr schnell werden Sie die Eigeninitiative von diesen Mitarbeitern erleben, denn sie haben das größte Geschenk ihres Chefs bekommen: “Vertrauen”.  Vielleicht unterstützen Sie dieses Vertrauen mit verschiedenen Trainingsmodulen oder einmal einen gemeinsamen Abend.

Alleine durch diese simple Methode werden Sie bemerken, dass in Ihrem Restaurant eine gesunde, allerdings freundschaftliche Rivalität aufkommen wird.  Jeder einzelne hat nun das Gefühl ein Teil einer großen „Sache“ zu sein, und wird seinen Beitrag leisten. Am Monatsende werden Sie motivierte Mitarbeiter sehen.  Ein Tipp von mir: Schlagen Sie die Ideen Ihrer Mitarbeiter nicht gleich in den Wind, denn ich garantiere Ihnen, die werden kommen, sobald die Mitarbeiter eigenständig werden – sie werden Ideen bringen, da sie ein Ziel erreichen möchten. Hier wiederum fängt Mentaltraining an. Das ist nur ein kleiner Auszug was Training bewirken kann.

Für mich persönlich ist allerdings der Faktor Stress, den es ja zur Genüge gibt, noch viel wichtiger. Die Selbstreflektion, Entspannungsübungen und die Batterie aufladen zu können, so dass die Mitarbeiter oder der Unternehmer im gleichen Trott von Januar bis Dezember arbeiten können, ohne dass sie nach Monaten ausgelaugt sind, ohne dass der Kunde oder der Kollege zynische Antworten bekommt. Obwohl – das wird es natürlich immer geben.

Wir sind was wir denken – mit den Gedanken schaffen wir unsere Realität. Wenn wir also unseren Mitarbeiter lernen, die Dinge anders zu sehen, andere Standpunkte einzunehmen, erwirken wir automatisch eine Stressreduzierung. Geben Sie den Mitarbeitern die Möglichkeit den Stress abzubauen – Sie fördern nicht nur die Persönlichkeitsentwicklung und die Stressreduzierung sondern erleben einen glücklichen motivierten Mitarbeiter und ein motivierter Mitarbeiter ist sehr viel wert.

Training des Geistes – also Mentaltraining bedeutet für mich nicht alles rosa zu sehen, doch den Weg des Zieles auf mehrere Perspektiven anzusehen – und in den negativen Aspekten des Lebens das Positive zu erkennen: Menschen, Mitarbeiter zu motivieren ohne den Fokus zu verlieren. Der Führungsebene ein herzliches Miteinander zu lernen, damit die Seele und das Herz im Betrieb ein (Wieder-)Einkehren hat. Motivierte Mitarbeiter sind unbezahlbar, denn mit ihnen können Sie den Mount Everest besteigen.