Das sollten Sie über die Suchmaschinenoptimierung Ihrer Website wissen

Wie viel Geld muss ich investieren, bis meine Webseite bei Google-Suchabfragen top gefunden wird? Wieviel Zeit vergeht, bis meine Webseite bei Suchabfragen auf der ersten Trefferseite steht? Wenn Coaches SEO-Beratern diese Fragen stellen, geraten diese meist ins Schlingern.

 

Denn wie viel Zeit und somit Geld es kostet, bis eine Webseite 1A im Netz steht, hängt von vielen Faktoren ab – zum Beispiel von den Suchbegriffen selbst. Denn es macht einen Unterschied, ob man eine Webseite auf „Hypnose-Coach“ oder „Führungskräfte-Coach“ optimiert. Außerdem von den Mitbewerbern. Wie gut Sie gefunden werden hängt auch davon ab, ob man sich nur gegen die meist schwachen Webseiten der wenigen Karriere-Coaches in einer Stadt wie Darmstadt durchsetzen muss, oder auch gegen die mächtigen Webseiten von Verbänden, Universitäten und großen Unternehmensberatungen, auf deren Webseiten mehr oder minder häufig auch das Wort Coaching steht.

Zudem hängt der Zeitaufwand von den Zielkunden und den Zielen des Coaches ab. Soll Ihre Webseite nur regional oder im gesamten deutschsprachigen Raum schnell und einfach gefunden werden?

 

Nötige Investition hängt von vielen Faktoren ab

Die benötigte Zeit hängt auch davon ab: Wie ist die Webseite konzipiert? Enthält sie zum Beispiel ausreichend Unterseiten und somit Angriffsfläche, um beispielsweise die Webseite eines Business-Coaches nicht nur bezogen auf die Begriffe „Business-Coach“ und „…-Coaching“, sondern auch „Führungskräfte-Coaching“, „Management-Coaching“ oder „Konflikt-Coaching“  weit nach vorne zu bringen? Oder muss die schmalbrüstige Webseite hierfür ausgebaut werden? Des Weiteren ist von Betracht: Betrieb der Coach in den zurückliegenden Jahren eine aktive Online-Pressearbeit, so dass bereits viele Links auf die Webseite existieren oder müssen diese erst aufgebaut werden? Dies sind nur einige wenige der vielen Faktoren, die die nötige Investition an Zeit und Geld beeinflussen.

Das alles Coaches zu erklären, die in der Regel ja keine IT- und Online-Marketing-Experten sind, ist mühsam. Deshalb greifen SEO-Berater und -unterstützer, wenn sie Coaches die Wirkungszusammenhänge erläutern möchten, oft zu Metaphern – ähnlich wie Coaches in vergleichbaren Coaching-Situationen. Zum Beispiel zu der Metapher: „mobil sein“.

Mobil ist man sowohl mit einem Fahrrad, als auch mit einem VW Golf oder einem Rolls Royce. Und dass das Entwickeln und Bauen eines Rolls Royce mehr Know-how und Zeit erfordert, als der Bau eines Fahrrads oder gar Dreirads, ist allen klar. Also müssen Coaches, die als Webseite einen Rolls Royce und kein Fahrrad möchten, hierfür auch mehr bezahlen.

 

Nicht jeder Coach braucht einen Rolls Royce

Die Frage ist jedoch: Benötigt jeder Coaching-Anbieter einen Rolls Royce als Webseite? Nein! Denn angenommen, Sie wären ein Karriere- oder Konfliktcoach aus Münster und ihre potenziellen Kunden kämen primär aus Münster und Umgebung. Dann genügt ein Fahrrad – also eine Webseite, die sicherstellt, dass Sie in Münster und Umgebung gut gefunden werden.

Denn welchen Mehrwert hätten Sie als Münsteraner davon, wenn Ihre Webseite bundesweit bei Google-Suchabfragen mit solchen Begriffen wie „Konflikt-“ oder „Karriere-Coaching“ auf Seite eins erscheint? Einen geringen. Denn fast niemand fährt von München nach Münster für ein- oder zwei-stündiges Coaching. Oder lässt hierfür einen Coach von Münster nach München einfliegen, denn das wäre schlicht zu teuer. Entsprechend groß wäre bei einer Optimierung das, was man beim Anzeigenschalten Streuverlust nennt. Das heißt, die falschen Leute lesen Ihre Anzeige oder besuchen Ihre Webseite.TatN

 

Meist genügt ein VW-Golf

Anders ist es zum Beispiel bei einem Business-Coach, der überregional Führungskräfte-Coachings durchführt. Er benötigt zumindest einen VW Golf. Denn Führungskräfte-Coaches gibt es in allen großstädtischen Ballungsräumen zur Genüge. Und bundesweit? Da gibt es sie wie Sand am Meer.

Entsprechend umkämpft sind solche Suchbegriffe wie „Führungskräfte-Coach(ing)“, „Management-Coach(ing)“. Deshalb sollte die Webseite des Coaches zumindest ein VW Golf sein – also eine Webseite, die potenzielle Kunden im Großraum Köln gut finden. Oder gar ein Modell zwischen dem Golf und dem Rolls Royce – eine Webseite, die bundesweit vorne in den Treffer-Listen bei Google steht.

 

Coaching-Ausbildung-Anbieter brauchen viele PS

Noch herausfordernder ist die Ausgangslage bei Anbietern von Coaching-Ausbildungen. Denn auch diese gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Und ihre Webseiten? Sie sind – anders als zum Beispiel die Webseiten der meisten Hypnose- oder Karrierecoaches – oft gut bis sehr gut für die Websuche optimiert. Also würden Sie als Coaching-Ausbildung-Anbieter auch selbst zumindest einen VW Golf als Webseite benötigen, wenn Sie gegen die Mitbewerber punkten möchten. Und häufig genügt sogar der nicht, um die Unternehmens- und SEO-Ziele zu reichen.

Hierfür ein Beispiel: Angenommen Sie wären ein Anbieter firmeninterner oder offener Change-Coach-Ausbildungen. Und Sie möchten, dass Ihre Webseite bei Google-Suchabfragen nicht nur bei den Begriffen „Change-Coach(ing)“, kombiniert mit den Worten Aus-, Weiter- und Fortbildung, gut gefunden wird. Sondern auch bei den entsprechenden Wortkombinationen mit den Begriffen „Change-Manager“, „Change-Management“, „Change-Berater“ und „Change-Beratung“. Warum? Mit all diesen Wort-Kombinationen suchen Interessenten für eine Change-Coach-Ausbildung im Netz. Dann müssten Sie selbstverständlich deutlich mehr Zeit und Geld in den Auf- und Ausbau Ihrer Webseite und in deren Optimierung investieren.

 

Starten! Denn oft ist das Fahrrad schon ein Fortschritt

Ein Webseiten-Ferrari oder -Rolls Royce ist nicht von heute auf morgen entwickelt und gebaut. Und bis er endlich die gewünschte PS-Zahl hat und somit Power entfaltet, vergeht seine Zeit. Ein solcher Luxusschlitten muss aber in der Regel auch nicht von heute auf morgen gebaut werden. Denn wenn es um das Ziel Mobilität geht, ist es ja auch schon ein Fortschritt, wenn man statt zu Fuß zu gehen, mit einem Fahrrad fährt. Ähnlich verhält es sich hinsichtlich des Ziels Sichtbarkeit im Netz.

Entscheidend ist deshalb beim Bewerten der bei der Suchmaschinen-Optimierung erzielten Fortschritte stets die Frage: Wo standen wir vor drei oder sechs Monaten oder vor einem Jahr und wo stehen wir heute? Und wenn man dann feststellt: Damals gingen wir zu Fuß und heute fahren wir Fahrrad, dann kann man immer noch entscheiden: Sollen wir vom Fahrrad aufs Auto umsteigen?

 

Zum Autor: Bernhard Kuntz ist Geschäftsführer der PRofilBerater GmbH, Darmstadt, die Trainer, Berater und Coachs bei ihrer Selbstvermarkung unterstützt. Er ist u. a. Autor des Marketing-Ratgebers „Die Katze im Sack verkaufen“.