Recruiting: Welche Fehler Sie machen, wenn Sie keine Mitarbeiter finden

Sie finden zu wenig Mitarbeiter für Ihr Unternehmen? Warum es keinen Grund gibt, zu resignieren und wie Sie als Unternehmer das Blatt wenden können.

Die erfreulich lang anhaltende Wachstumsphase können Sie derzeit nicht mehr nur durch eine Steigerung Ihrer Produktivität stemmen? Sie brauchen auch zusätzliche Mitarbeiter. Jedoch herrscht die einhellige Meinung vor, es gebe keine Mitarbeiter mehr – und das perspektivisch auch in der Zukunft nicht.

Was können Sie tun?

1. Ändern Sie Ihr Denken und die Perspektive.
2. Beantworten Sie die Sinnfrage und stehen Sie für Werte.
3. Ändern Sie Ihre Führung.

Gute Mitarbeiter sind im Überfluss vorhanden

Was hilft es, wenn Sie die Situation immer wieder beklagen und Ihre resignative Inaktivität damit begründen, Sie hätten schon alles versucht, der Markt sei leergefegt, gegen die Großen habe man keine Chance und den anderen gehe es schließlich auch so. Machen Sie sich bewusst, welches Denken dieser Haltung zugrunde liegt: Ist es ein Denken im Überfluss oder im Mangel? Was bewirkt ein Denken im Mangel bei Ihnen? Spornt es Sie an oder zieht es Sie runter?

Die eigene Perspektive ändern

Sehen Sie es doch einmal so: Es gab noch nie so viele Mitarbeiter wie heute. Der Beschäftigungsstand in Deutschland ist auf Rekordhöhe. Dann kann es doch nur so sein, dass auch Mitarbeiter im Überfluss vorhanden sind. Der Haken: Die Guten sind nur nicht frei verfügbar wie früher. Aber sie sind da. Also gewinnen Sie sie für sich. Wie? Es geht.

Fundamentaler Wandel der Arbeitswelt fordert Sinn und Werte

Es ist entscheidend, dass Sie die Gefühle Ihrer aktuellen und zukünftigen Mitarbeiter erreichen. Gehaltserhöhung, kostenloser Obstkorb, Kaffee und Kita-Zuschuss reichen nicht aus, sie sind zudem durch andere Arbeitgeber leicht kopierbar. Aufgrund des fundamentalen Wandels unserer Arbeitswelt wird es daher immer wichtiger, dass Sie als Unternehmer u.a. die Sinnfrage Ihres Unternehmens überzeugend beantworten können und, dass Sie für attraktive Werte stehen.

“Da will ich dabei sein!”

Welchen besseren Weg gibt es, Anziehungskraft (extern) und emotionale Bindung (intern) an das Team, an Ihre Produkte und an Ihre Kunden zu erzeugen? Wie sonst wollen Sie im Kopf den Gedanken und das Verlangen wecken: „Die machen so tolle Sachen, welch‘ inspirierende Atmosphäre – in dieses Team möchte ich mich gern einbringen.“

Kooperation statt Hierarchie

Ein zweites wichtiges Element für emotionale Bindung und Anziehungskraft ist eine Veränderung Ihres Führungsverhaltens. Mitarbeiter erwarten zunehmend vertrauensvolle Kooperation statt Vorgabe und Hierarchie. Was bedeutet das für Sie als Unternehmer? Loslassen, Vertrauen schenken, Vorbild sein, mit Ideen und Begeisterung Energie geben. Nebenbei: könnte es sein, dass Ihnen das Begeistern viel leichter fällt, wenn Sie das WARUM und WIE (Werte) Ihres Unternehmens auch für Sie selbst beantwortet haben?

Unbezahlbare Wirkung

Eine Studie hat nachgewiesen: „Mitarbeiter mit einer starken emotionalen Bindung erleben ihre Arbeit als sinnhaft, engagieren sich stärker, […] übernehmen Verantwortung, entwickeln mehr Eigeninitiative, haben ein höheres Qualitätsbewusstsein und wechseln seltener den Arbeitgeber.“ (Great Place to work; Gallup – zitiert durch Badura, MCC-Kongress, Köln 27.05.15).

Dieses Vorgehen hat weitere Vorteile: Mitarbeiter mit hoher emotionaler Bindung öffnen eher ihr eigenes Netzwerk und empfehlen ihren Arbeitgeber weiter. Können Sie die Sinnfrage überzeugend beantworten, ist der Weg für die Entwicklung neuer Produkte klarer, Sie werden unverwechselbarer, können sich dem Preiswettbewerb entziehen und schaffen somit wertvollere Unternehmen.

Fazit

Die Umsetzung dieser Punkte ist anspruchsvoll und erfordert Zeit. Und sie fordert die Bereitschaft des Umdenkens und der Veränderung. Unternehmer, die auf diesem Weg Erfahrung und Ideen mit anderen Unternehmen austauschen können, haben den Vorteil, dass so die Veränderung leichter fällt.