Interkulturelle Zusammenarbeit: Wie Sie Missverständnisse & Peinlichkeiten vermeiden

Interkulturelle Kompetenz ist in vielen Bereichen der Geschäftswelt erfolgsentscheidend. Schade, dass sich kaum einer bewusst damit auseinandersetzt. Meistens wird die Wichtigkeit erst realisiert, wenn internationale Projekte fehlschlagen. Dabei ist es so einfach, Verständnis für einander zu entwickeln. Wie, verrät unser Experte Seyitali Erbektas.

Man muss verstehen, dass es für eine Person aus einem bestimmten kulturellen Kontext nicht leicht ist, sich in die Kultur eines anderen Landes hineinzuversetzen. Gelingende Kommunikation ist schon innerhalb des gleichen Kulturkreises oft mit Schwierigkeiten verbunden. Die erfolgreiche Kommunikation zwischen zwei verschiedenen Kulturkreisen stellt uns vor noch mehr Herausforderungen, da unterschiedliche Voreinstellungen häufiger zu Missverständnissen führen. Ein ablehnendes Verhalten gegenüber Menschen anderer Kulturen resultiert daher oft aus der Unkenntnis über deren Leben und Sitten und beruht auf daraus entstehenden Vorurteilen.

Vorurteile sind meistens negativ besetzt. Sie bestehen häufig aus Rationalisierungen und Stereotypisierung. Kulturelle Unterschiede werden als anders zum eigenen Verhalten wahrgenommen und damit verglichen. Durch gute interkulturelle Kommunikation kann eine Verständigung mit anderen Kulturen hergestellt werden. Das Ziel ist es, die Unterschiedlichkeit des Anderen als Chance zu verstehen.

 

Tipps für erfolgreiche interkulturelle Kommunikation

1. Sein Sie mutig und verlassen Sie Ihren eigenen sicheren Raum. Die Herausforderung in der interkulturellen Begegnung besteht darin, sich der Ungewissheit in der Fremdheitserfahrung mit allen damit verbundenen Erfahrungen zu stellen.

2. Schaffen Sie eine gute Gesprächsgrundlage durch Ihre Sprache und Körpersprache. Eine offene Haltung und ein freundliches Lächeln werden beispielweise überall auf der Welt verstanden.

3. Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass Menschen aus verschiedenen Ländern anders leben und denken. Dinge, die in einem Land als offensichtlich betrachtet werden, sind in einem anderen Land oder für einen Menschen eines anderen kulturellen Hintergrunds vielleicht nicht selbstverständlich. Diese Irritation können Sie auflösen, indem Sie sich bewusst machen, dass der Gegenüber einfach anders aufgewachsen ist und dass er seine Prägung ebenso wenig einfach hinter sich lassen kann, wie Sie selbst ihre.

4. Sein Sie bereit Neues zu lernen. Es gibt nicht nur Richtig oder Falsch, sondern versuchen Sie sich lieber an einem Sowohl-Als-Auch Denken. Wer Diversität leben möchte, muss auch mit seinem eigenen Nicht-Wissen souverän umgehen.

 

Lernen Sie voneinander, miteinander und übereinander

Die interkulturelle Begegnung basiert auf dem Prinzip der wertschätzenden Anerkennung des Andersseins. Denn ohne eine gegenseitige Anerkennung als gleichberechtigte Partner und ohne eine Akzeptanz der jeweiligen persönlichen und kulturellen Verschiedenheiten, kann keine konstruktive Zusammenarbeit zu Stande kommen. Ein wichtiger Bestandteil dafür ist das interkulturelles Lernen: ein Lernen voneinander, miteinander und übereinander. Durch gemeinsame Gestaltung des Alltags werden Grundlagen für eine partnerschaftliche Zukunft gelegt. Viele Gespräche, um sich in den anderen hineinversetzen zu können, tragen zum gegenseitigen Verständnis bei. Um negativen Konsequenzen von Vorurteilen zu entgegnen, müssen Sie sich zunächst über ihre eignen Vorurteile bewusst werden und offen für Revidierungen sein.

Es gilt Selbstverantwortung in der Gestaltung des Kulturkontaktes zu übernehmen, damit die Möglichkeiten, die sich durch die interkulturelle Begegnung eröffnen, durch Sie gestaltet werden können. Dadurch steigt zum Beispiel die Motivation und Zufriedenheit der Minderheiten. Es gibt weniger Reibungsverluste oder Diskriminierungen und heterogene Arbeitsgruppen sind meist kreativer bei Problemlösungen.

 

Den richtigen Weg einschlagen mit einem Ethno-Coach

Durch interkulturelles Training mit einem Ethno-Coach können Sie Ihre Menschenkenntnisse ausbauen und den Umgang mit anderen Kulturen vertiefen. Besonders interessant ist solch ein Coaching für Menschen, die beruflich viel im Ausland arbeiten oder regelmäßig im Kontakt mit verschiedenen Kulturen stehen. Durch verschiedene Übungen werden kulturstrategische und soziale Kompetenzen, wie Empathie und Teamfähigkeit, gestärkt. So werden Kommunikation, Handlungen und Beziehungen in den Prozess des Umdenkens integriert. Das könnte der erste Schritt in die richtige Richtung sein – zu einer gelungenen interkulturellen Kommunikation.