Beförderung: Mit diesen Argumenten überzeugen Sie Ihren Chef

Sie haben alles getan, sich engagiert, Unterstützung geboten, gute Ideen eingebracht, und doch hat es mit der Karriere bisher noch nicht so geklappt. Dann ist es an der Zeit, das Gespräch zu Ihrem Vorgesetzten zu suchen. Hier kommen fünf potenzielle Fälle, in denen Ihnen Ihr Chef eine Aufstiegsmöglichkeit versagen könnte – und Argumente, mit denen Sie die Aussagen Ihres Vorgesetzten entkräften können.

FALL NR. 1: Sie sind zu jung für diese Aufgabe

Sie gehen zu Ihrem Vorgesetzten und sagen: „Sie wissen, dass ich mich in den letzten vier Jahren als Regionalmanager im Vertrieb bewährt habe. Den Aufbau des Teams in meinem  Zuständigkeitsbereich habe ich selbstständig geleitet. Sie waren bisher immer sehr zufrieden mit meinen Leistungen. Daher möchte ich mich um die Stelle des ausscheidenden Entwicklungsleiters bewerben.”

Ihr Vorgesetzter hält Sie für noch nicht reif genug für diese Aufgabe: „Meinen Sie nicht, dass Sie noch ein wenig zu jung für diese verantwortungsvolle Aufgabe sind?”

Sie finden dies gar nicht. So können Sie argumentieren: „Bisher waren Sie es, der immer wieder gefordert hat, der Nachwuchs solle sich früh genug den verantwortungsvollen und schweren Aufgaben stellen, damit wir den zukünftigen Führungsaufgaben gewachsen sind. Nun bietet sich die Gelegenheit, dieses Prinzip in die Tat umzusetzen und damit ein Signal für alle zu geben. Sie stellen unter Beweis, dass es sich hier nicht nur um ein Lippenbekenntnis gehandelt hat.”

 

FALL NR. 2: Bisher nur fremd rekrutierter Führungsnachwuchs

Sie stellen fest, dass Ihr Vorgesetzter nur Führungskräfte aus fremden Unternehmen eine Chance gegeben hat. Daher gehen Sie zu Ihrem Chef und sagen: „Sie haben bisher nur fremden Führungskräften vertraut. Ich denke, mit mir können Sie einen anderen Weg gehen. Sie haben mir genügend beigebracht und genügend Chancen gegeben, Erfahrungen zu sammeln, die ich am besten in verantwortungsvoller Führungsposition umsetzen kann. Daher bewerbe ich mich um die freiwerdende Stelle des Abteilungsleiters.”

Ihr Vorgesetzter hat jedoch seine Gründe für den Einsatz fremder Führungskräfte: „Sie wissen doch, mit dem Einsatz der Führungskräfte von außen erfahren wir mehr über Strategien und Maßnahmen des Wettbewerbs. Für mich ist das auch eine Art Marktforschung. Wir werden dadurch besser informiert darüber, was der Wettbewerb vorhat. Und außerdem kann frisches Blut nur befruchtend wirken.”

Sie versuchen Ihrem Chef nun klarzumachen: „Führungskräfte von draußen brauchen sehr lange, um unsere internen Spielregeln kennen- und beherrschen zu lernen. Dadurch fehlt den Leuten oft für längere Zeit der Durchblick. Außerdem können Sie mit einem internen Mann ein Zeichen setzen, denn die guten Leute von uns gehen weg, wenn Sie sich für höhere Aufgaben qualifiziert haben. Ich kenne unsere Betriebsabläufe und habe mich in der Vergangenheit für Führungsarbeit empfohlen. Daher bin ich bestimmt der richtige Mann für Sie, wenn es um die Besetzung des neuen Postens geht.”

FALL NR. 3: Der neue Posten wurde schon mal von Ihnen abgelehnt

Sie stellen fest, dass in Ihrer derzeitigen Position eine Weiterentwicklung nicht mehr möglich ist. Daher sagen Sie zu Ihrem Vorgesetzten: „Entwicklungsmöglichkeiten in meiner jetzigen Position sehe ich nicht. Ich habe eine höher qualifizierte Ausbildung und einiges für meine Weiterbildung getan. Daher sehe ich mich gut geeignet für den Posten des Abteilungsleiters.”

Ihr Chef bremst Ihren Weiterentwicklungsdrang damit: „Vor drei Jahren haben wir Ihnen einen Posten in leitender Funktion angeboten. Damals haben Sie abgelehnt. Jetzt kann ich Ihnen da auch nicht weiterhelfen.”

Sie geben sich nicht geschlagen: „Damals war ich der Position noch nicht gewachsen. Durch meine Weiterbildungsaktivitäten und weitere interne Erfahrung bin ich es heute. Für Sie ist sicher wichtig, dass ein Mitarbeiter sich nicht überschätzt, sondern seine Möglichkeiten realistisch sieht.”

FALL NR. 4: Ihre Ausbildung und Erfahrung ist anderweitig besser zu nutzen

Sie stellen fest, dass Sie aufgrund Ihrer Ausbildung und Erfahrung für einen anderen Unternehmensbereich viel besser geeignet sind. Also sagen Sie zu Ihrem Chef: „Für eine verantwortungsvolle Aufgabe im Vertrieb sehe ich mich aufgrund meiner langjährigen Marketing- und Vertriebserfahrung gut geeignet. Im Vertrieb kann ich meine Erfahrungen noch besser einbringen, als in der Entwicklung.” Ihr Chef antwortet Ihnen: „Aber Ihre Vertriebserfahrung reicht noch nicht aus. Sie haben keinerlei Kenntnisse über die internen Abwicklungen im Vertrieb. Wie soll ich Ihnen denn die Verantwortung für den Vertrieb übertragen, wenn Sie dessen besondere Anforderungen nicht überblicken können?”

Sie haben noch eine Chance: „Durch meine Kenntnisse in der Entwicklung habe ich auch Einblick in die Vertriebs- und Marketingabteilung. Oft genug war ich als Techniker bei Kundenbesuchen mit an Bord, und habe Kunden beraten müssen. Dadurch kenne ich die Zusammenhänge sehr gut. Bestimmt kann ich durch diese Kenntnisse der Vertriebs- und Marketingabteilung neue Impulse geben.”

FALL NR. 5: Jobrotation, um „Fachidiotentum” zu verhindern

Sie haben das Gefühl, langsam aber sicher zum „Fachidioten” zu verkümmern. Sie wissen immer mehr über immer weniger. Sie sind der Meinung, dass Sie schon zu lange auf dem gleichen Arbeitsplatz sitzen. Daher sagen Sie zu Ihrem Chef: „Seit mehr als zwei Jahren bin ich mit Zollfragen befasst. Durch die Intensität der Arbeit habe ich bald keinen Überblick mehr über andere Bereiche im Frachtgeschäft. Ich möchte jedoch nicht zum Fachidioten verkümmern, zumal in der Zollabfertigung durch die EU meine Arbeit nur noch außereuropäisch erforderlich ist. Daher erinnere ich Sie an Ihr Versprechen, mich in unserem Job-Rotation-System zu berücksichtigen.”

Ihr Chef ist nicht einverstanden und äußert sich ungeduldig: „Nun warten Sie doch erst einmal ab. Sie sind doch gerade erst zwei Jahre auf Ihrem jetzigen Posten. Und außerdem, es geht doch nicht nur um den Wegfall der Zollschranken in der EU, sondern auch um unser Engagement weltweit.”

Nun können Sie entgegnen: „Zwei Jahre mache ich diese Arbeit. Da kann man wohl kaum noch von Jobrotation sprechen. Wenn ich noch länger warte, dann bekomme ich wichtige Entwicklungen auf anderen Arbeitsplätzen nicht mehr mit. Das ist nur bei einer Jobrotation möglich. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich mehr leisten und mein Wissen besser einbringen kann, wenn ich jetzt an der Jobrotation teilhabe.”

 

Untersuchen Sie die Beispiele, dann werden Sie schnell feststellen, dass der Grundstein der Argumentation sachlich aufgebaut ist. Wichtig ist, sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen und dabei freundlich, aber bestimmt aufzutreten. So haben Sie eine Chance, Ihre Karrierewünsche durchzusetzen.

Leider sind die meisten Mitarbeiter nicht oder zu wenig darauf vorbereitet, was sie machen wollen, wenn ihr Chef beim Karrierewunsch nicht mitspielt. Nun sind Sie gewappnet. Nutzen Sie Ihre Chance, damit bieten Sie Ihrem Unternehmen die Gelegenheit, den dynamischen Mitarbeiter zu fördern. Und dies nützt Ihnen und Ihrem Unternehmen. Was wollen Sie mehr?